Einkommen & Preise

Hessen in Europa: Primäreinkommen der privaten Haushalte je Einwohner

Nach der Darstellung der Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt in der vergangenen Ausgabe von „Hessen in Europa“ betrachtet dieser Beitrag das Primäreinkommen der privaten Haushalte je Einwohner in den NUTS-2-Regionen Europas1.

Von Benedikt Ramsauer, Hessisches Statistisches Landesamt

Das Primäreinkommen der privaten Haushalte setzt sich aus den Arbeitnehmerentgelten, den Einkommen der Selbstständigen und der Vermögenseinkommen zusammen und wird hier in Kaufkraftstandards (KKS) dargestellt (im weiteren Verlauf „Einkommen in KKS“). So werden Preisunterschiede zwischen den Ländern berücksichtigt.

Auf Basis europaweit vergleichbarer Angaben der regionalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden die Ergebnisse für Hessen eingeordnet und Unterschiede zwischen den Regionen dargestellt2 .

Abbildung 1: Primäreinkommen je Einwohner in der EU-28, den EFTA-Staaten und den Beitritts-kandidaten im Jahr 2016 nach NUTS-2-Regionen3

Regionen mit hohem Einkommen je Einwohner sind in der Karte dunkel dargestellt. Dies sind bspw. die britischen und französischen Hauptstadtregionen, Regionen in Süddeutschland oder Luxemburg. Regionen mit einem im Vergleich geringen Einkommen, bspw. in einzelnen östlichen EU-Mitgliedsstaaten, sind in der Karte hell dargestellt.

In der EU-28 betrug das Einkommen in KKS im Jahr 2016 durchschnittlich 19 200, in Deutschland waren es 25 700 und in Hessen 27 5004.

Primäreinkommen der privaten Haushalte je Einwohner in Hessen und den europäischen Regionen 2016

Es liegen Informationen für 287 von insgesamt 327 Regionen vor. In der EU-28 reichte im Jahr 2016 die Spanne zwischen dem geringsten und dem höchsten Einkommen je Einwohner in KKS von 5 000 in der bulgarischen Region „Severozapaden“ bis zu 61 800 in einer der britischen Hauptstadtregionen „Inner London – West“. Der höchste Wert dieser Einkommensgröße beträgt somit mehr als das 12-fache des geringsten Werts im Vergleich. Neben Einkommensgrößen werden auch Produktionsgrößen zur Messung des Wohlstands herangezogen. Vergleicht man das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner (Hessen in Europa, StaWi 3/2016) würden sich die beiden genannten Regionen um den Faktor 20 unterscheiden5. Ein Grund ist der Beitrag der Einpendler zur Produktion, welcher bei der Bestimmung des BIP mit einfließt.

Die Gruppe der zehn Regionen mit dem geringsten Einkommen je Einwohner in KKS wurde mit weiteren vier bulgarischen und vier rumänischen Regionen sowie einem Übersee-Département Frankreichs vervollständigt. Die Gruppe der zehn Regionen mit den höchsten Einkommen je Einwohner in KKS wurde mit zwei weiteren britischen Regionen, Luxemburg und sechs Regionen in Deutschland komplettiert.

In den hessischen Regierungsbezirken betrug das Einkommen je Einwohner in KKS im Regierungsbezirk Kassel 23 300, im Regierungsbezirk ‚Gießen 24 500 und im Regierungsbezirk Darmstadt 29 600. Mit dem Regierungsbezirk Kassel vergleichbare Regionen waren bspw. die österreichische Region „Burgenland“ (23 200) und die britische Region „Outer London – East and North East“ (23 400). Mit dem Regierungsbezirk Gießen vergleichbare Regionen waren bspw. die österreichischen Regionen „Tirol“ und „Oberösterreich“ (jeweils 24 600). Mit dem Regierungsbezirk Darmstadt vergleichbare Regionen waren bspw. Luxemburg (29 400) und die britische Region „Outer London – South“ (29 500).

Von den EFTA-Staaten und EU-Beitrittskandidaten liegen Angaben für die Regionen Norwegens vor. Dort reichte die Spanne von 19 600 in der Region „Hedmark og Oppland“ bis zu 29 900 in der Region „Oslo og Akershus“6.

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  1. NUTS steht für „Nomenclature des unités territoriales statistiques“ (Klassifikation der Gebietseinheiten für die Statistik). In Deutschland entspricht die NUTS-1-Ebene den Bundesländern, die NUTS-2-Ebene i. d. R. den Regierungsbezirken und die NUTS-3-Ebene den Landkreisen und kreisfreien Städten.
  2. Die Datenverfügbarkeit für die Regionen variiert je nach Indikator. Datenquelle: Eurostat, 2019. Verschiedene Tabellen, Codes: [nama_10r_2hhinc] Zugriff am 17.7.2019, [nasa_10_nf_tr] Zugriff am 3.7.2019 und [nama_10r_3popgdp] Zugriff am 3.7.2019.
  3. Deutschland: geschätzt. Griechenland, Spanien, Frankreich, Niederlande: vorläufig.
  4. Die Angaben wurden von Eurostat nach einheitlichen Methoden für alle Regionen berechnet. Die Angabe für die EU-28 ergibt sich aus dem Primäreinkommen in Euro durch die Anzahl der Einwohner.
  5. Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu laufenden Marktpreisen nach NUTS-2-Regionen [nama_10r_2gdp], Kaufkraftstandards (KKS) pro Einwohner, Zugriff am 19.7.2019.
  6. EFTA steht für „European Free Trade Association“ („Europäische Freihandelsassoziation“). Zugehörige Staaten sind: Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. EU-Beitrittskandidaten sind: Albanien, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und die Türkei.

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