Tourismus

Gästeankünfte und Übernachtungen in kleinen Beherbergungsbetrieben in Hessen

Lesedauer: 14 Minuten

2017 beherbergten die hessischen Beherbergungsbetriebe nach den Ergebnissen der Beherbergungsstatistik über 15,2 Millionen  Gäste mit insgesamt über 34 Millionen Übernachtungen. Damit hält ein jahrelanger positiver Trend im hessischen Beherbergungsgewerbe an, der sich bislang auch 2018 fortsetzt. Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus als Wirtschafts- und Standortfaktor in Hessen kommt darin zum Ausdruck, dass im Jahr 2016 nach den Ergebnissen des Unternehmensregisters die 2800 hessischen Beherbergungsunternehmen Umsätze von knapp 2,6 Milliarden Euro erzielten und über 37 000 Personen beschäftigten. Alle Veröffentlichungen der amtlichen Statistik zur Anzahl und Entwicklung von Gästen und Übernachtungen im hessischen Beherbergungsgewerbe beruhen auf einer monatlichen Vollerhebung bei Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Schlafgelegenheiten. Die Anzahl der Gäste und Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten bzw. ihre Entwicklungen werden von der amtlichen Statistik hingegen nicht systematisch erfasst.1 Wie lässt sich die Bedeutung der kleinen Beherbergungsbetriebe unterhalb der Abschneidegrenze mit den Daten der amtlichen Statistik dennoch herausarbeiten? Darum geht es im vorliegenden Artikel.

Von Tobias Gramlich, Hessisches Statistisches Landesamt

Datengrundlagen

Verschiedene Datenquellen der amtlichen Statistik sind für dieses Vorhaben relevant. Das statistische Unternehmensregister, das u. a. auch Beherbergungsbetriebe enthält, die Monatserhebung im Tourismus sowie die Jahreserhebung im Handel und Gastgewerbe.

Wichtigste Datengrundlage der Beherbergungsstatistik zur Erfassung der Anzahl der Gäste und Übernachtungen im hessischen Tourismus ist die „Monatserhebung im Tourismus“ (Statistisches Bundesamt, 2017b). Sie erfasst monatlich bei allen Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Schlafgelegenheiten2 u. a. die Anzahl der Gästeankünfte und Übernachtungen, getrennt nach Herkunft (Wohnsitzland) der Gäste. Die Beherbergungsstatistik ist die aktuellste, umfassendste und belastbarste Datenquelle zum hessischen Tourismus. Ergebnisse werden kurz nach Ende des Berichtsmonats bis herunter auf Gemeindeebene veröffentlicht. Die aus den Monatsergebnissen zusammengefassten Jahresergebnisse werden jeweils kurz nach Jahresbeginn veröffentlicht (Hessisches Statistisches Landesamt, 2018a). Durch die Abschneidegrenze bei weniger als zehn Schlafgelegenheiten enthält sie nicht die kleineren Beherbergungsbetriebe.

Das statistische Unternehmensregister (Statistisches Bundesamt, 2017a) enthält Informationen über alle Unternehmen mit Sitz in Hessen sowie über alle hessischen Betriebe (örtlichen Einheiten bzw. Niederlassungen von Unternehmen). Durch die umfangreiche Verwendung von Daten aus verschiedenen Quellen sowie die umfassenden Prüfungen und Aufbereitungen stehen die Daten des Unternehmensregisters rund zwei Jahre nach dem Berichtsjahr für Zwecke der Auswertung und Veröffentlichung von Ergebnissen zur Verfügung. Das aktuelle Berichtsjahr für die vorliegende Untersuchung ist daher 2016. Im statistischen Unternehmensregister werden Betriebe mit ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit erfasst. Als „Beherbergungsbetriebe“ gelten im Folgenden alle Niederlassungen, die ihre Haupt- oder Nebentätigkeit in einem bestimmten Bereich ausüben.3 Beherbergungsbetriebe, die im statistischen Unternehmensregister enthalten sind und aufgrund der Abschneidegrenze von weniger als zehn Schlafgelegenheiten nicht an der Monatserhebung im Tourismus teilnehmen, werden im Folgenden als „kleine Beherbergungsbetriebe“ bezeichnet.

Die Strukturerhebung im Handel und Gastgewerbe (Statistisches Bundesamt, 2017c; Hessisches Statistisches Landesamt 2018b) ist eine jährliche Stichprobenerhebung von Unternehmen im Handel und Gastgewerbe und enthält ebenfalls Beherbergungsbetriebe. Sie dient der Erfassung von Strukturmerkmalen der Unternehmen (Beschäftigte, Umsatz, Investitionen, Umsatzanteil von z. B. Beherbergungsdienstleistungen am Gesamtumsatz des Unternehmens) und ist weniger zur Konjunkturbeobachtung im Tourismus geeignet. Für die Jahreserhebung gilt zwar nicht die Abschneidegrenze bei Betrieben mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten, sodass die (nach Wirtschaftszweig der Haupttätigkeit geschichtete) Stichprobe auch kleine Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten enthält. Allerdings sind deren Fallzahlen aufgrund des Auswahlsatzes der Stichprobe für die Jahreserhebung so klein, dass Aussagen über alle kleinen Beherbergungsbetriebe nach Hochrechnung mit einem großen Stichprobenfehler behaftet sind. Zudem werden in der Jahreserhebung keine Gäste- oder Übernachtungszahlen erfasst, sondern müssten geschätzt werden. Dieses Vorgehen wäre mit weiterer Ungenauigkeit behaftet.4

Vorgehen

Durch einen Abgleich der in der Beherbergungsstatistik befragten Betriebe mit allen Beherbergungsbetrieben im statistischen Unternehmensregister kann die Anzahl der Beherbergungsbetriebe unterhalb der Abschneidegrenze ermittelt werden. Zur Abschätzung der Gäste- und Übernachtungszahlen in Beherbergungsbetrieben mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten kann eine durchschnittliche Bettenauslastung und Übernachtungsdauer in den Beherbergungsbetrieben zugrunde gelegt werden, die sich aus Berechnungen auf Grundlage der Beherbergungsstatistik ergeben.

Hessische Landkreise und kreisfreie Städte unterscheiden sich allerdings in der Anzahl an großen und kleinen Beherbergungsbetrieben und der Tourismusstruktur. Auswertungen zeigen z. B. unterschiedliche durchschnittliche Aufenthaltsdauern der Gäste und Auslastungen der Schlafgelegenheiten in den einzelnen Regionen. Daher werden für Schätzungen der Gäste- und Übernachtungszahlen auch die kreisspezifischen Aufenthaltsdauern und Auslastungen verwendet. Zudem unterscheiden sich selbst die in der Monatserhebung im Tourismus beobachteten kleineren und größeren Beherbergungsbetriebe deutlich in ihrer Bettenauslastung und den durchschnittlichen Aufenthaltsdauern. Daher werden für die unbeobachteten Kleinstbeherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten Durchschnittswerte der kleinsten (im Sinne der Anzahl Schlafgelegenheiten) beobachteten Gruppe von Beherbergungsbetrieben mit 10 bis 19 Schlafgelegenheiten zugrunde gelegt. Eine andere oder belastbarere Datengrundlage zur Bettenauslastung und Aufenthaltsdauer von Beherbergungsbetrieben mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten existiert nicht.

Zur Anzahl der angebotenen Schlafgelegenheiten in kleinen Beherbergungsbetrieben liegen keine Informationen vor, es existiert lediglich eine „natürliche“ Unter- und Obergrenze: Ein Kleinstbeherbergungsbetrieb bietet mindestens eine und höchstens neun Schlafgelegenheiten an. Da zur Anzahl der angebotenen Betten bei Beherbergungsbetrieben mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten in der amtlichen Statistik keine Informationen vorliegen wird aufgrund anderer Datenquellen5 eine mittlere Anzahl von fünf Schlafgelegenheiten angenommen. Beherbergungsbetriebe sind zudem nicht zwangsläufig einheitlich das ganze Jahr über geöffnet, oder bieten ganzjährig dieselbe Anzahl an Schlafgelegenheiten an (z. B. Beherbergungsbetriebe in typischen Wintersportregionen während der schneefreien Jahreszeiten). Auswertungen der Monatserhebung im Tourismus zeigen jedoch keine bedeutenden Unterschiede in der Anzahl der Öffnungsmonate nach der Anzahl der angebotenen Betten für kleinere und größere Beherbergungsbetriebe – insbesondere keine bedeutend kürzere Öffnungsdauer. Da aus anderen Datenquellen keine belastbaren Informationen zur Anzahl der Öffnungstage im Jahr von Beherbergungsbetrieben unter zehn Schlafgelegenheiten vorliegen, wird die maximale Anzahl von Öffnungstagen (365 Tage) im Jahr unterstellt. Aus diesen in der Beherbergungsstatistik beobachteten Durchschnitts-werten und unterstellten Randbedingungen lassen sich Gästeankünfte und Übernachtungen für Beherbergungsbetriebe in Hessen abschätzen, die aufgrund der Abschneidegrenze von weniger als zehn Schlafgelegenheiten nicht zum Berichtskreis der Beherbergungsstatistik gehören.

Die Anzahl der Übernachtungen ergibt sich aus der Anzahl der Beherbergungsbetriebe (mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten) multipliziert mit der Anzahl der Öffnungstage der Betriebe im Jahr multipliziert mit der Anzahl der angebotenen Schlafgelegenheiten multipliziert mit einer durchschnittlichen Auslastung dieser Schlafgelegenheiten:

   Anzahl Übernachtungen = Anzahl Niederlassungen x max. Anzahl Öffnungstage x mittlere Anzahl (5) Schlafgelegenheiten x durchschnittliche Bettenauslastung.

Die Anzahl der Gästeankünfte ergibt sich aus der Anzahl der Übernachtungen geteilt durch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer:

   Anzahl Gäste = Anzahl Übernachtungen / durchschnittliche Aufenthaltsdauer.

Tabelle 1 zeigt exemplarisch die Schätzung der zusätzlichen Übernachtungen und Gästeankünfte in kleinen Beherbergungsbetrieben auf Landesebene. Hier sind die Durchschnittswerte auf Hessen und Beherbergungsbetriebe mit 10 bis 19 Schlafgelegenheiten bezogen. Entsprechend dieser Berechnung für Hessen wird später im Artikel die Berechnung für die hessischen Landkreise und kreisfreien Städte erfolgen, um die deutlichen regionalen Unterschiede in Auslastung und Aufenthaltsdauer berücksichtigen zu können.

Tabelle 1: Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten in Hessen – Annahmen und Schätzung der Übernachtungen und Gästeankünfte

Zeilen-
nummer
Art der AngabeMaß- und MengeneinheitWert
1Beherbergungsbetriebe mit weniger
als zehn Schlafgelegenheiten
Anzahl2 929
2Durchschnittliche Bettenauslastung
(Median, Hessen)
Prozent20,5
3Durchschnittliche Aufenthaltsdauer
(Median, Hessen)
Tage2,6
4SchlafgelegenheitenAnzahl5
5Öffnungstage im JahrTage365
6ÜbernachtungenAnzahl1 095 812
7GästeankünfteAnzahl421 466

2929 Betriebe in Hessen waren im Unternehmensregister der hessischen Niederlassungen 2016 mit Haupt- oder Nebentätigkeit als Beherbergungsbetrieb erfasst, aber aufgrund der Abschneidegrenze nicht in der Beherbergungsstatistik enthalten (Zeile 1). Aus der Beherbergungsstatistik ergab sich 2016 für Beherbergungsbetriebe mit 10 bis einschließlich 19 Schlafgelegenheiten im Mittel6 eine Auslastung der Schlafgelegenheiten von 20,5 % und eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Übernachtungsgäste von 2,6 Nächten (Zeilen 2 und 3). Bei einer mittleren Anzahl an Schlafgelegenheiten von 5 und einer ganzjährigen Öffnung des Betriebes (Zeilen 4 und 5) ergeben sich rund 1,1 Millionen Übernachtungen (Zeile 6) für die kleinen Beherbergungsbetriebe. Legt man die in der Beherbergungsstatistik beobachtete durchschnittliche Übernachtungsdauer in Beherbergungsbetrieben mit 10 bis 19 Schlafgelegenheiten zugrunde, folgen daraus über 420 000 Gästeankünfte, die in der Beherbergungsstatistik 2016 aufgrund der Abschneidegrenze nicht erfasst waren.7

Tabelle 1 zeigt lediglich exemplarisch die Berechnung der Anzahl der Übernachtungen und Gästeankünfte auf Bundeslandebene. Die Daten der Beherbergungsstatistik zeigen deutliche regionale Unterschiede der durchschnittlichen Bettenauslastung und der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten. Daher werden Übernachtungs- und Gästezahlen in kleinen Beherbergungsbetrieben nicht auf Bundeslandebene, sondern auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte berechnet.

Ergebnisse

Für das Jahr 2016 erfasste das Unternehmensregister 6598 hessische Niederlassungen, die in der Haupt- oder Nebentätigkeit Beherbergungsdienstleistungen anbieten. Davon boten 3669 Niederlassungen in mindestens einem Monat des Jahres zehn oder mehr Schlafgelegenheiten an und wurden dementsprechend mindestens in einem Monat des Jahres in der Beherbergungsstatistik erfasst. 2929 Niederlassungen blieben unterhalb der Abschneidegrenze der Beherbergungsstatistik, d. h. 44 % der Beherbergungsbetriebe blieben unbeobachtet. Da es sich um sehr kleine Beherbergungsbetriebe mit nur wenigen Schlafgelegenheiten – z. T. im Nebenerwerb – handelte, lag ihr Anteil an den Gästeankünften und Übernachtungen im hessischen Tourismus insgesamt aber deutlich unter 44 %.

Bei Betrachtung der einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte zeigt sich eine deutliche Streuung des Anteils kleiner Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten (vgl. Tabelle 2): Im Kreis Waldeck-Frankenberg oder dem Kreis Fulda betrug der Anteil dieser Betriebe 33 %, während auf der anderen Seite v. a. in den kreisfreien Städten der Anteil dieser kleinen Betriebe an allen Beherbergungsbetrieben mit jeweils rund 50 % oder mehr deutlich höher als im Landesdurchschnitt war. An der Spitze standen hier der Main-Taunus-Kreis und die Stadt Wiesbaden mit einem besonders hohen Anteil kleiner Beherbergungsbetriebe von knapp 56 % bzw. rund 66 %.

Tabelle 2: Beherbergungsbetriebe in Hessen 2016 nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Kreisfreie Stadt/LandkreisInsgesamtdavonAnteil kleiner Beherbergungs-betriebe an allen Beherbergungs-betrieben in %
mit zehn oder mehr Schlafgelegenheiten 9mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten 8
Bergstraße25715110641,2
Darmstadt, Wissenschaftsstadt85424350,6
Darmstadt-Dieburg186978947,8
Frankfurt am Main, Stadt58028629450,7
Fulda44129414733,3
Gießen21010910148,1
Groß-Gerau22211710547,3
Hersfeld-Rotenburg1781126637,1
Hochtaunuskreis26014311745,0
Kassel26516210338,9
Kassel, documenta-Stadt143707351,0
Lahn-Dill-Kreis184998546,2
Limburg-Weilburg1939010353,4
Main-Kinzig-Kreis38620917745,9
Main-Taunus-Kreis2209712355,9
Marburg-Biedenkopf22912610345,0
Odenwaldkreis2051277838,0
Offenbach22211610647,7
Offenbach am Main, Stadt69353449,3
Rheingau-Taunus-Kreis31918013943,6
Schwalm-Eder-Kreis2421479539,3
Vogelsbergkreis1891137640,2
Waldeck-Frankenberg63542620932,9
Werra-Meißner-Kreis2031267737,9
Wetteraukreis23611312352,1
Wiesbaden, Landeshauptstadt2398215765,7
Hessen insgesamt6 5983 6692 92944,4
Quelle: Gäste und Übernachtungen im hessischen Tourismus 2016 (Beherbergungsstatistik), Unternehmensregistersystem 2015, eigene Berechnungen.
Anmerkung: Die Anzahl der Beherbergungsbetriebe in Hessen mit zehn oder mehr Schlafgelegenheiten muss nicht notwendigerweise der Anzahl der im Statistischen Bericht zur Beherbergungsstatistik veröffentlichten Betriebe entsprechen: hier werden alle Betriebe gezählt, die 2016 mindestens einmal in der Monatserhebung beobachtet werden, der Statistische Bericht weist dagegen die jeweiligen Monatszahlen aus.

Abbildungen 1 und 2 zeigen für Hessen die Anzahl der Beherbergungsbetriebe kleinräumig aggregiert in 1 km-Rasterzellen und den Anteil kleiner Beherbergungsbetriebe in diesen Rasterzellen. Selbst bei der 1 km-Auflösung sind deutlich die Häufung der kleinen Beherbergungsbetriebe der Ballungsgebiete Frankfurt am Main, Wiesbaden und Darmstadt im Südwesten zu erkennen, Kassel im Norden und Fulda im Westen sowie außerhalb der Ballungsgebiete im Rheingau und entlang der Flüsse Lahn, Dill, Rhein, Main und Kinzig. Deutlich wird auch, dass kleine Beherbergungsbetriebe dort einen großen Anteil an allen Beherbergungsbetrieben hatten, wo es insgesamt eher weniger Beherbergungsbetriebe gab. Die Landeshauptstadt Wiesbaden fällt mit ihrem hohen Anteil kleiner Beherbergungsbetriebe besonders auf.

Abbildung 1: Anteil der Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Betten inklusive der
Campingplätze mit als zehn an der Gesamtzahl der Beherbergungsbetriebe in Hessen 2016
pro 1 km Rasterzelle

Abbildung 2: Anzahl der Beherbergungsbetriebe inklusive der Campingplätze in Hessen 2016
pro 1 km Rasterzelle

Tabelle 3 zeigt für die 26 hessischen Landkreise und kreisfreien Städte die Anzahl der Übernachtungen und Gästeankünfte für Beherbergungs-betriebe mit zehn oder mehr Schlafgelegenheiten der Beherbergungsstatistik, die geschätzte Anzahl der Übernachtungen und Gästeankünfte für Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten sowie den prozentualen Zuwachs an Übernachtungen und Gästen durch die zusätzliche Berücksichtigung dieser kleinen Beherbergungsbetriebe. Die Berücksichtigung kleiner Beherbergungsbetriebe sowie die Berücksichtigung regionaler Unterschiede in Auslastung und Aufenthaltsdauer bei der Berechnung führt so zu über 1,4 Millionen zusätzlichen Übernachtungen bei rund 520 000 zusätzlichen Gästeankünften.

Tabelle 3: Übernachtungen, Gästeankünfte, Auslastung und durchschnittliche Aufenthaltsdauer in hessischen Beherbergungsbetrieben 2016 nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Landkreis/
kreisfreie Stadt
Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Schlafgelegenheiten
Übernach-tungenGästeankünfteAuslas-tung in %darunter Auslastung
in % in
Betrieben
mit 10 bis 19 Schlafgele-genheiten
durch-schnittliche Aufenthalts
-dauer in Tagen
darunter durchschnitt-
liche Aufent-
haltsdauer in
Tagen in Betrieben
mit 10 bis 19 Schlafgelegen-heiten
Bergstraße755 218323 90531,325,12,32,9
Darmstadt, Wissenschaftsstadt714 544349 01743,233,62,06,8
Darmstadt-Dieburg594 454250 44539,131,32,42,6
Frankfurt am Main, Stadt8 806 7385 203 58851,036,21,72,5
Fulda1 650 919776 77232,218,92,13,6
Gießen474 154241 58826,425,12,02,2
Groß-Gerau1 055 464609 54441,133,31,73,7
Hersfeld-Rotenburg1 086 019379 37731,317,92,92,7
Hochtaunuskreis1 334 372483 79742,630,42,82,4
Kassel760 478306 71219,417,92,52,4
Kassel, documenta-Stadt879 727499 76140,127,91,82,0
Lahn-Dill-Kreis487 543227 71229,724,52,12,4
Limburg-Weilburg560 291215 64130,219,02,62,0
Main-Kinzig-Kreis1 374 431371 39738,024,03,73,1
Main-Taunus-Kreis806 909410 37234,428,52,03,6
Marburg-Biedenkopf659 196265 21734,727,92,52,3
Odenwaldkreis441 167155 78127,519,02,82,8
Offenbach1 000 299476 37740,130,52,13,8
Offenbach am Main, Stadt421 441220 38340,828,01,92,4
Rheingau-Taunus-Kreis1 212 659489 14536,626,22,52,1
Schwalm-Eder-Kreis668 749234 54125,120,22,92,3
Vogelsbergkreis499 456197 20725,117,92,52,4
Waldeck-Frankenberg3 264 308815 60936,721,54,03,1
Werra-Meißner-Kreis727 121175 14527,816,94,22,3
Wetteraukreis1 131 566248 05248,324,04,62,8
Wiesbaden, Landeshauptstadt1 223 457589 81647,037,62,12,9
Hessen insgesamt32 590 68014 516 901XXXX
Anmerkungen: Die Berechnung zusätzlicher Gästeankünfte und Übernachtungen in kleinen Beherbergungsbetrieben für Hessen insgesamt erfolgt über die Aufsummierung der Ergebnisse in den kreisfreien Städten und Landkreisen und kann daher von einem auf Bundeslandebene berichteten Wert abweichen. Daher wird hier auf die Angabe von Auslastung und Aufenthaltsdauer für Hessen insgesamt verzichtet.

noch Tabelle 3: Übernachtungen, Gästeankünfte, Auslastung und durchschnittliche Aufenthaltsdauer in hessischen Beherbergungsbetrieben 2016 nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Landkreis/kreisfreie StadtBeherbergungsbetriebe mit weniger als zehn SchlafgelegenheitenBeherbergungsbetriebe insgesamtZunahme Spalte 4 gegenüber Spalte 2 in Tabellen-
hälfte 1 (oben)
in %
Zu-
nahme Spalte 5 ggü. Spalte 3 in Tabellen-
hälfte 1 (oben)
in %
Übernach-tungen Gäste-ankünfteÜbernachtun-genGästeankünfteÜbernach-tungenGäste-ankünfte
Bergstraße48 556s16 743s803 774s340 648s6,45,2
Darmstadt, Wissenschaftsstadt26 368s3 877s740 912s352 894s3,71,1
Darmstadt-Dieburg50 840s19 553s645 294s269 998s8,67,8
Frankfurt am Main, Stadt194 232s77 692s9 000 970s5 281 280s2,21,5
Fulda50 704s14 084s1 701 623s790 856s3,11,8
Gießen46 266s21 030s520 420s262 618s9,88,7
Groß-Gerau63 812s17 246s1 119 276s626 790s6,02,8
Hersfeld-Rotenburg21 561s7 985s1 107 580s387 362s2,02,1
Hochtaunuskreis64 912s27 046s1 399 284s510 843s4,95,6
Kassel33 648s14 020s794 126s320 732s4,44,6
Kassel, documenta-Stadt37 170s18 585s916 897s518 346s4,23,7
Lahn-Dill-Kreis38 006s15 835s525 549s243 547s7,87,0
Limburg-Weilburg35 716s17 858s596 007s233 499s6,48,3
Main-Kinzig-Kreis77 526s25 008s1 451 957s396 405s5,66,7
Main-Taunus-Kreis63 976s17 771s870 885s428 143s7,94,3
Marburg-Biedenkopf52 446s22 802s711 642s288 019s8,08,6
Odenwaldkreis27 047s9 659s468 214s165 440s6,16,2
Offenbach59 003s15 527s1 059 302s491 904s5,93,3
Offenbach am Main, Stadt17 374s7 239s438 815s227 622s4,13,3
Rheingau-Taunus-Kreis66 463s31 649s1 279 122s520 794s5,56,5
Schwalm-Eder-Kreis35 022s15 226s703 771s249 767s5,26,5
Vogelsbergkreis24 828s10 345s524 284s207 552s5,05,2
Waldeck-Frankenberg82 007s26 453s3 346 315s842 062s2,53,2
Werra-Meißner-Kreis23 749s10 325s750 870s185 470s3,35,9
Wetteraukreis53 874s19 240s1 1854 40s267 292s4,87,8
Wiesbaden, Landeshauptstadt107 734s37 149s1 331 191s626 965s8,86,3
Hessen insgesamt1 402 840s519 947s33 993 520s15 036 848s4,33,6
Anmerkungen: Die Berechnung zusätzlicher Gästeankünfte und Übernachtungen in kleinen Beherbergungsbetrieben für Hessen insgesamt erfolgt über die Aufsummierung der Ergebnisse in den kreisfreien Städten und Landkreisen und kann daher von einem auf Bundeslandebene berichteten Wert abweichen. Daher wird hier auf die Angabe von Auslastung und Aufenthaltsdauer für Hessen insgesamt verzichtet. – s = geschätzte Zahl.

Abbildung 3 zeigt die Anzahl der Beherbergungsbetriebe in den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten. Im Mittel (Median) boten 46 % der Beherbergungsbetriebe in den Landkreisen weniger als zehn Schlafgelegenheiten an. Nicht in allen Landkreisen hatten kleine Beherbergungsbetriebe aber die gleiche Bedeutung: im Landkreis Waldeck-Frankenberg oder in Fulda war der Anteil kleiner Beherbergungsbetriebe mit rund 33 % deutlich geringer. In der Landeshauptstadt Wiesbaden, im Main-Taunus-Kreis aber auch in Frankfurt am Main waren kleine Beherbergungsbetriebe deutlich häufiger als im Landesdurchschnitt.

Abbildung 3: Beherbergungsbetriebe insgesamt und Anteil kleiner Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten in Hessen 2016 nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Dementsprechend fielen auch die Zuwächse durch die Abschätzung der Übernachtungen und Gästeankünfte bei Beherbergungsbetrieben mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich aus.

Für die Berechnungen der Anzahl der Übernachtungen und Gästeankünfte in den Landkreisen und kreisfreien Städten werden die dort jeweils durchschnittliche Auslastung der angebotenen Schlafgelegenheiten sowie eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste verwendet. Auswertungen der Beherbergungsstatistik haben gezeigt, dass in kleineren Beherbergungsbetrieben die Auslastung der angebotenen Schlafgelegenheiten niedriger ist und die Aufenthaltsdauer der Gäste höher. Daher werden den Berechnungen für Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten die durchschnittliche Auslastung und Aufenthaltsdauer der Beherbergungsbetriebe mit 10 bis 19 angebotenen Schlafgelegenheiten zugrunde gelegt. Abbildung 4 zeigt für hessische Landkreise und kreisfreie Städte die durchschnittliche Auslastung und Aufenthaltsdauer für diese Betriebe. Auffallend sind wiederum die deutlichen Unterschiede zwischen den kreisfreien Städten und Landkreisen. Die Aufenthaltsdauer in Beherbergungsbetrieben mit 10 bis 19 Schlafgelegenheiten war v. a. in Darmstadt und in den Landkreisen Offenbach, Groß-Gerau, Fulda deutlich über dem Durchschnitt für alle kreisfreien Städte und Landkreise (2,6 Tage). Die Auslastung der kleineren Beherbergungsbetriebe bis 19 Schlafgelegenheiten war u. a. in Darmstadt, Frankfurt am Main, Wiesbaden und im Landkreis Groß-Gerau deutlich höher als im Mittel über alle kreisfreien Städte und Landkreise (25,1 %).

Abbildung 4: Durchschnittliche Auslastung und durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Beherbergungsbetrieben mit 10 bis 19 Schlafgelegenheiten in Hessen 2016 nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Abbildung 5 zeigt den prozentualen Zuwachs an Gästeankünften durch die Berücksichtigung der Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten für hessische Landkreise und kreisfreie Städte. Die Landkreise Gießen, Darmstadt-Dieburg und die Stadt Wiesbaden hatten die größten prozentualen Zuwächse zu verzeichnen (über 8 % bis knapp 10 %). Demgegenüber standen die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Waldeck-Frankenberg und die Stadt Frankfurt am Main mit den geringsten Zuwächsen (jeweils 2 %). Abbildung 6 zeigt den Zuwachs an Übernachtungen. In den Landkreisen und kreisfreien Städten erhöhte sich dadurch die Anzahl der Übernachtungen um 1 % (Darmstadt) bis knapp 9 % (Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf).

Abbildung 5: Anteil kleiner Beherbergungsbetriebe an allen Beherbergungsbetrieben und Veränderung der Gästeankünfte nach Berücksichtigung kleiner Beherbergungsbetriebe in Hessen 2016 nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Abbildung 6: Anteil kleiner Beherbergungsbetriebe an allen Beherbergungsbetrieben und Veränderung der Übernachtungen nach Berücksichtigung kleiner Beherbergungsbetriebe in Hessen 2016 nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Abbildung 7 zeigt den Zuwachs an Übernachtungen und Gästeankünften: Deutlich wird, dass einige Landkreise und kreisfreie Städte nicht gleiche Zuwächse von Übernachtungen und Gästen verzeichneten – bedingt durch unterschiedliche Aufenthaltsdauern und Auslastungen und die unterschiedlichen Anzahl und Bedeutung kleiner Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten an allen Beherbergungsbetrieben.

Abbildung 7: Veränderung der Übernachtungszahlen und Gästeankünfte nach Berücksichtigung der kleinen Beherbergungsbetriebe in Hessen 2016 nach kreisfreien Städten und Landkreisen

Veränderungen von 2015 auf 2016

Tabelle 4 zeigt die Anzahl der Beherbergungsbetriebe und die Anzahl der in der Beherbergungsstatistik erfassten Gästeankünfte und Übernachtungen sowie die geschätzte Anzahl kleiner Beherbergungsbetriebe (mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten) in den Jahren 2015 und 2016.

Tabelle 4: Beherbergungsbetriebe, Gästeankünfte und Übernachtungen in Hessen 2015 und 2016

Art der Angabe20152016Zu- bzw. Abnahme (–) in %
Betriebe mit zehn oder mehr
Schlafgelegenheiten
Betriebe3 6913 669-0,6
Übernachtungen32 167 96832 590 6801,3
Gästeankünfte14 313 70514 516 9011,4
Betriebe mit unter zehn
Schlafgelegenheiten
Betriebe2 6232 92911,7
Übernachtungen1 263 764s1 402 840s11,0
Gästeankünfte460 445s519 947s12,9
Betriebe insgesamt
Betriebe6 3146 5984,5
Übernachtungen33 431 732s33 993 520s1,7
Gästeankünfte14 774 150s15 036 848s1,8
Anmerkung: s = geschätzte Zahl

Die Zahl der Beherbergungsbetriebe insgesamt in Hessen hat 2016 im Vergleich zu 2015 um 4,5 % zugenommen, die Zahl der Gästeankünfte und -übernachtungen aber jeweils nur um rund 2 %. Tatsächlich ist die Zahl der Beherbergungsbetriebe, die in der Beherbergungsstatistik erfasst werden, leicht zurückgegangen (bei gleichzeitig leicht steigenden Gästeankunfts- und -übernachtungszahlen in diesen Betrieben). Die Zahl der kleinen Beherbergungsbetriebe hat 2016 gegenüber 2015 deutlich zugenommen (+ 11,7 %), in ähnlichem Umfang ebenfalls die geschätzten Ankünfte und Übernachtungen von Gästen.

Fazit

Bei Berücksichtigung der Beherbergungsbetriebe unterhalb der Abschneidegrenze der Beherbergungsstatistik und Schätzung der Übernachtungs- und Gästezahlen in diesen Betrieben auf Ebene der kreisfreien Städte und Landkreise ergibt sich für 2016 eine um 1,4 Millionen  (+ 4,3 %) höhere Anzahl der Übernachtungen in hessischen Beherbergungsbetrieben8 und eine um über 520 000 (+ 3,6 %) höhere Anzahl an Gästeankünften. Änderungen sind für die hessischen Landkreise und kreisfreien Städte aber unterschiedlich und bedeuten dort bis zu 10 % mehr Übernachtungen bzw. Gäste. Diese Schätzung wurde anhand der Daten von in der Monatserhebung des Tourismus befragten Beherbergungsbetrieben vorgenommen. Die Anzahl Schlafgelegenheiten oder abweichende saisonale Öffnungszeiten kleiner Beherbergungsbetriebe könnten beispielsweise durch öffentliche Informationen aus dem Internet ersetzt werden, ohne die Art und Weise der Berechnung verändern zu müssen.

Ausblick: Neue digitale Daten für die Beherbergungsstatistik

Die amtliche Statistik prüft den Einsatz neuer digitaler Daten für ihre Zwecke für viele zentrale und dezentrale Bundesstatistiken (Wiengarten und Zwick, 2017; Statistisches Bundesamt, 2018) im Rahmen von „digitalen Assessments“. Ziel dieser digitalen Assessments ist eine weitere Verringerung manueller Arbeitsschritte im Statistikerstellungsprozess oder auch eine weitere Steigerung der Datenqualität durch einen höheren Digitalisierungsgrad aller Schritte im Statistikerstellungsprozess. Für die Beherbergungsstatistik kommen hier verschiedene Datenquellen in Betracht, um die bestehende Erhebung zu ergänzen und auskunftspflichtige Betriebe ggf. zu entlasten. Das Hessische Statistische Landesamt prüft hier z. B. den Einsatz von Informationen, die öffentlich im Internet zugänglich sind und automatisiert gesucht, verarbeitet, geprüft und ausgewertet werden können (Webscraping). Hier stehen v. a. die Öffnungstage und die angebotene Anzahl der Schlafgelegenheiten der Betriebe im Fokus. Daneben wird überprüft, ob aus vollständig anonymisierten Mobilfunkdaten kleinräumig aggregierte Zahlen zu Gästeankünften und -übernachtungen abgeleitet werden können oder genauere Aussagen zum Tagestourismus (im Gegensatz zum Übernachtungstourismus) getroffen werden können als dies bisher der Fall ist.9Zudem soll geprüft werden, ob und wie weitere Daten Dritter im Rahmen der Beherbergungsstatistik genutzt werden können, z. B. von Vergleichs-, Buchungs- und Bewertungsportalen.

In ihrer jetzigen Form ist die Beherbergungsstatistik eine sehr aktuelle und qualitativ hochwertige Datengrundlage für Planung und Monitoring. Die Ergänzung um neue Datenquellen muss daher sehr hohen Ansprüchen der bestehenden Statistik gerecht werden, bietet aber auch neues Potenzial, z. B. dadurch, dass auch Gästeankünfte und -übernachtungen in kleinen Beherbergungsbetrieben oder Tagestourismus erfasst werden können, ohne dass dies zusätzlichen Befragungsaufwand bedeutet.

Literaturverzeichnis

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi (2014): Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen. Handlungsempfehlungen zur Förderung des Tourismus in ländlichen Räumen. Berlin: BMWi.

Deutscher Ferienhausverband e. V. (Hrsg.) (2015): Der Ferienhausmarkt in Deutschland – Volumen und ökonomische Betrachtungen. München: dwif-Consulting.

Deutscher Ferienhausverband e. V. (Hrsg.) (2017): Perspektive Ferienhaustourismus 2017. Trends, Prognosen und Perspektiven vom Ferienhausmarkt. Berlin: Deutscher Ferienhausverband e. V.

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e. V. (Hrsg.) (2016): Gastronomie und Hotellerie 2016. Wirtschaftskraft und Jobmotor. Zahlen, Daten, Fakten. Berlin: DEHOGA Bundesverband.

Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e. V. an der Universität München (2018): Wirtschaftsfaktor Tourismus für Hessen 2017. München: dwif e. V.

Ostdeutscher Sparkassenverband (Hrsg.) (2016): Tourismusbarometer. Jahresbericht 2016. Berlin: Ostdeutscher Sparkassenverband.

Hessisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) (2018a): Statistische Berichte. Gäste und Übernachtungen im hessischen Tourismus im Dezember 2017. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt.

Hessisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) (2018b): Statistische Berichte. Strukturdaten des Gastgewerbes in Hessen im Jahr 2016. Ergebnisse der Jahreserhebung. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt.

Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2017a): Qualitätsbericht. Unternehmensregister-System. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2017b): Qualitätsbericht. Monatserhebung im Tourismus. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2017c): Qualitätsbericht. Jahreserhebung im Gastgewerbe. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2018): Digitale Agenda des Statistischen Bundesamtes. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

Wiengarten, Lara und Zwick, Markus (2017): Neue digitale Daten in der amtlichen Statistik. In: Wirtschaft und Statistik 5: 19-27.

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  1. Die (bundes-)gesetzliche Grundlage sieht eine Befragung von kleinen Beherbergungsbetrieben nicht vor. In Bayern und Rheinland-Pfalz sehen landesrechtliche Grundlagen vor, auch in Beherbergungsbetrieben mit weniger als zehn Schlafgelegenheiten die Zahl der Gästeankünfte und Übernachtungen zu erheben (Befragung ohne Auskunftspflicht von Beherbergungsbetrieben in Prädikatsgemeinden). Die Beherbergungsstatistik erfasst generell nur Übernachtungstourismus. Das Ausmaß des Tagestourismus kann demgegenüber nur über zusätzliche freiwillige (landesweite oder auch nur regionale oder kommunale) Befragungen erfasst werden, z. B. in speziell ausgewählten Gemeinden mit Tourismusprädikaten. Die Daten der Beherbergungsstatistik sind Grundlage vieler anderer Studien zum Tourismus und Gastgewerbe in Deutschland (z. B. der Bundes- und Landesregierungen, verschiedener Ministerien sowie verschiedener Branchenverbände im Gastgewerbe und Tourismus, z. B. dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (2016) oder den regelmäßig veröffentlichten „Tourismusbarometer“ der verschiedenen Sparkassenverbände, z. B. des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (2016)).
  2. Der Berichtskreis der Monatserhebung im Tourismus umfasst alle Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Schlafgelegenheiten bzw. Stellplätzen und bezieht verschiedene Betriebsarten mit ein: Hotellerie, Ferienunterkünfte und ähnliche Beherbergungsstätten, Campingplätze, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, Schulungsheime. Dieser Beitrag verwendet die Begriffe „Beherbergungsbetriebe“ und „Schlafgelegenheiten“ im Folgenden in diesem Sinne.
  3. Nach der „Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008“ (WZ2008) werden Beherbergungsbetriebe in Abschnitt I – Gastgewerbe – unter dem Kode 55 erfasst („WZ 55“). Der Berichtskreis der Monatserhebung im Tourismus umfasst zusätzlich zu Beherbergungsbetrieben mit Haupt- oder Nebentätigkeit im WZ 55 Schulungsheime sowie Vorsorge- und Rehabilitationskliniken. Diese Niederlassungen werden in den folgenden Berechnungen weiter berücksichtigt, um Vergleiche mit den veröffentlichten Ergebnissen der Beherbergungsstatistik zu ermöglichen.
  4. Daneben ergeben sich andere Schwierigkeiten der Abgrenzung zwischen Niederlassungen und Unternehmen: Ein Unternehmen kann mehrere Niederlassungen besitzen (Mehrbetriebsunternehmen), von denen dann nicht alle Niederlassungen Beherbergungsbetriebe sein müssen. Im Grenzfall führt das dazu, dass ein Unternehmen zwar mindestens eine Niederlassung im Wirtschaftszweig 55 haben kann aber das Unternehmen selbst den Schwerpunkt seiner Haupttätigkeit nicht im Wirtschaftszweig 55 hat. Zudem kann ein Unternehmen auch Niederlassungen in mehreren Bundesländern haben, sodass für ein vollständiges Bild auf Unternehmensebene für solche Mehrländerunternehmen die im hessischen Register erfassten Niederlassungen nicht mehr ausreichen.
  5. Der deutsche Ferienhausverband (2017, Seite 5) gibt in der Branchenumfrage 2017 die durchschnittliche An-zahl an Schlafzimmern mit 2,3 an. Im Durchschnitt teilten sich vier Personen eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus. Auswertungen der Beherbergungsstatistik Rheinland-Pfalz zeigen ein durchschnittliches Bettenangebot von fünf Schlafgelegenheiten bei „Privatquartieren und gewerblichen Kleinbetrieben mit weniger als zehn Fremdenbetten“. Eine Studie im Auftrag des Deutschen Ferienhausverbandes (2016, Seite 18) hat für den „privaten Ferienhausmarkt“ eine durchschnittliche Auslastung von rund 27 % ermittelt.
  6. Um zu vermeiden, dass einzelne Ausreißer die Durchschnittswerte in den 26 hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten beeinflussen, wurde der Median anstelle des arithmetischen Mittelwertes verwendet.
  7. Eine Studie des Deutschen Ferienhausverbandes (2015, Seite 37) ermittelte für den „privaten Ferienhausmarkt“ in Hessen im Jahr 2014 rund 1,7 Millionen Übernachtungen in über 17 000 Betten. Das entspricht einer Auslastung von rund 27 %.
  8. Diese Zahl deckt sich sehr gut mit den 2,8 Millionen Aufenthaltstagen, die in einer Studie für 2017 geschätzt wurden (dwif 2018: Seite 7), wenn eine Übernachtung mit zwei Aufenthaltstagen (An- und Abreisetag) korrespondiert. Tatsächlich zählt das dwif in seiner Studie eine Übernachtung aber nur als einen Aufenthaltstag (Seite 30). Damit lägen die hier ermittelten Zahlen deutlich unter denen des dwif. Das dwif fasst unter die ausgewiesenen Aufenthaltstage neben den „Übernachtungen bei Privatvermietern“ auch Tagesausflüge und Tagesgeschäftsreisen (Seite 30). Damit ist die Abgrenzung der dwif-Studie nicht immer eindeutig.
  9. Die europäischen statistischen Ämter (European Statistical System, ESS) prüfen an vielen Stellen den Einsatz neuer digitaler Daten. Dem Einsatz von Mobilfunkdaten ist ein eigenes Work Package 5 im europaweiten Forschungsprojekt ESSnet Big Data gewidmet, ebenso dem Webscraping (Work Packages 1 und 2), siehe dazu die ESS-Internetseite https://ec.europa.eu/eurostat/cros/content/essnet-big-data_en. In der aktuellen Ausschreibung des anschließenden Forschungsprojekts ESSnet Big Data II (2018 bis 2020) soll sich erneut ein Arbeitspaket mit der Nutzung von Mobilfunkdaten in der amtlichen Statistik befassen, ein weiteres speziell mit neuen digitalen Datenquellen für die Tourismusstatistik (v. a. Daten Dritter, Webscraping).

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