Bevölkerung

Die Bevölkerungsentwicklung in Hessen 2012 bis 2018

Lesedauer: 8 Minuten

Ende 2018 lebten in Hessen 6 265 809 Menschen. Das waren 22 500 oder 0,4 % mehr als im Vorjahr. Damit wuchs die Bevölkerung im siebten Jahr in Folge — die Zunahme fiel aber seit 2016 jeweils niedriger aus als im Vorjahr. Die im Jahr 2015 sprunghaft gestiegene Zuwanderung von Schutzsuchenden ist wieder stark gesunken und die damit einhergehenden niedrigeren Wanderungsgewinne dämpften die Entwicklung. In den sieben Jahren vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2018 nahm die Einwohnerzahl in Hessen um 272 000 Personen oder 4,5 % zu. Woher die Menschen kamen und wie sich die hohen Migrationsgewinne und die natürliche Bevölkerungsentwicklung der Geburten und Sterbefälle auf die regionalen Bevölkerungsstände ausgewirkt haben, ist Inhalt des folgenden Beitrags.

Von Diana Schmidt-Wahl, Hessisches Statistisches Landesamt

Bevölkerungszahlen sind Fortschreibungsergebnisse, die auf der jeweils letzten Volkszählung/dem letzten Zensus beruhen. Basis der aktuellen Bevölkerungszahlen ist der Zensus im Jahr 2011. Die zum Stichtag 5. Mai 2011 festgestellten Einwohnerzahlen der Gemeinden werden nach einem bundeseinheitlichen Verfahren bis zum nächsten Zensus im Jahr 2021 fortgeschrieben. Hierfür werten die Statistischen Landesämter die von den Kommunen elektronisch übermittelten Standesamtsnachrichten (Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen) sowie die von den Einwohnermeldebehörden gemeldeten Zuzüge, Fortzüge und Wohnsitzänderungen aus. Die Zuordnung der Personen erfolgt nach dem Hauptwohnsitzprinzip. Die Bilanz aus Geburten und Sterbefällen bzw. Zu- und Fortzügen ergibt die Bevölkerungsveränderung im Vergleich zum Vorjahr. Die von den Statistischen Landesämtern zum 31. Dezember eines jeden Jahres fortgeschriebene Bevölkerungszahl ist die maßgebliche Bemessungsgrundlage für viele Bereiche, z. B. den kommunalen Finanzausgleich, die Größe der Gemeindevertretung, das Gehalt der Bürgermeister, für die Beteiligung der Länder an der aufkommenden Umsatzsteuer, für den Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern und für die Verteilung der Länderstimmen im Bundesrat.

Höchste Wachstumsrate im Jahr 2015 mit 1,4 %

Die Bevölkerung Deutschlands ist nach 2011 durch wirtschaftlich und politisch bedingte Wanderungsströme stark in Bewegung geraten. Für die Bevölkerungsentwicklung war dies bei niedrigen Geburtenziffern von entscheidender Bedeutung. Bedeutende Bevölkerungszunahmen hatte es zuletzt Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts im Zuge der Öffnung der Grenzen zu Ost- und Südosteuropa und des Falls der innerdeutschen Grenze gegeben. Der massiven Zuwanderung folgte eine von Wanderungsverlusten und Geburtendefiziten geprägte Phase der Jahre 2005 bis 2009. Der daran anschließende Aufwärtstrend hatte im Jahr 2015 seinen Höhepunkt. Mit 93 700 Personen erreichten die Auslands- Wanderungsüberschüsse in Hessen ein bis dahin nicht bekanntes Ausmaß. Mit Abebben der Flüchtlingswelle sanken die Wanderungsgewinne gegenüber dem Ausland und lagen Ende 2018 mit 33 200 Personen wieder auf dem Niveau des Jahres 2012 (33 900).

Abbildung 1: Lebend Geborene, Gestorbene und Wanderungssalden in Hessen 1988–2018

Von Jahresanfang 2012 bis Jahresende 2018 stieg die Bevölkerungszahl Hessens um 272 000 auf 6 265 800. Prozentual entspricht das einer Zunahme um 4,5 % im Verlauf von sieben Jahren. Die höchste Bevölkerungszunahme gab es im Jahr 2015 mit einem Plus von 82 300 Personen oder 1,4 %. Im Durchschnitt wuchs die Bevölkerung jährlich um 0,6 %. Die Zahl der deutschen Bevölkerung nahm um 57 800 auf 5 252 600 ab, die der ausländischen stieg um 329 800 auf 1 013 250 Personen. Somit stieg der Anteil der ausländischen Bevölkerung von 11,4 % zum Jahresende 2012 auf 16,2 % zum Jahresende 2018.

Bevölkerungsentwicklung in Deutschland

Die Bevölkerungszahl Deutschlands ist im genannten Zeitraum um gut 2,69 Millionen oder 3,4 % auf 83,02 Millionen gestiegen. In der Rangfolge der Zuwächse nach Bundesländern lag Hessen (4,5 %) an 6. Stelle. Den höchsten Bevölkerungszuwachs verzeichneten die Stadtstaaten Berlin (+ 9,6 %) und Hamburg (+ 7,2 %). Dahinter folgten die beiden Flächenländer Baden- Württemberg (+ 5,3 %) und Bayern (+ 5,1 %). Bevölkerungsrückgänge verzeichneten Sachsen-Anhalt (– 3,0 %), Thüringen (– 1,8 %) und das Saarland (– 0,7 %).

Abbildung 2: Zu- und Abnahme der Bevölkerung nach Bundesländern 2011 bis 2018 in %

Bevölkerungszuwachs durch Zuwanderung

Die Bevölkerungsentwicklung des Landes Hessen wird, wie die im übrigen Bundesgebiet, fast ausschließlich vom Wanderungsgeschehen, d. h. von den Zu- und Fortzügen geprägt. Der Wanderungsgewinn der Jahre 2012/2018 (316 200 Personen; ohne nachträglicher Bestandskorrekturen) hat eine Größenordnung, die in etwa der Einwohnerzahl der Landeshauptstadt Wiesbaden (278 300) bzw. des Wetteraukreises (306 500) entspricht. Er beruhte in seiner Gesamtheit ausschließlich auf der Zuwanderung aus dem Ausland. Per Saldo verlagerten 338 200 Personen von dort ihren Wohnsitz nach Hessen. Der Wanderungsaustausch mit dem übrigen Bundesgebiet war in den jeweiligen Jahren negativ und schlug insgesamt mit einem Wanderungsverlust von 22 100 Personen zu Buche. Im bilateralen Vergleich mit anderen Bundesländern erzielte Hessen die höchsten Wanderungsverluste gegenüber Bayern (– 10 000), Berlin (– 9 100) und Hamburg (– 4 700). Insgesamt kam es zu Wanderungsverlusten gegenüber 10 Bundesländern und zu Wanderungsgewinnen gegenüber 5 Bundesländern, die meisten im Austausch mit Nordrhein-Westfalen (+ 5 900), Thüringen (+ 3 300) und dem Saarland (+ 1 900).

Knapp die Hälfte der aus dem Ausland per Saldo zugezogenen Personen (165 700) kamen aus einem Land der Europäischen Union. Die höchste Nettozuwanderung erfolgte aus Rumänien (35 700 Personen) und Polen (25 300 Personen). Aus dem übrigen Ausland zogen per Saldo 173 700 Personen zu. Die Mehrzahl kam aus den Kriegs- und Krisenregionen Asiens und Afrikas. Hauptherkunftsländer waren Syrien (40 200 Personen) und Afghanistan (22 900 Personen). Die nachfolgende Tabelle zeigt die 25 Länder, gegenüber denen im Berichtszeitraum in Hessen die größten Wanderungsgewinne erzielt worden sind.

Tabelle 1: Wanderungsgewinne in Hessen 2012 bis 2018 nach ausgewählten Herkunftsländern

StaatWanderungsgewinn  
Syrien40 162
Rumänien35 734
Polen25 297
Afghanistan22 850
Bulgarien21 349
Kroatien21 056
Italien20 671
Spanien11 714
Griechenland10 288
Eritrea9 525
Irak8 999
Pakistan8 761
Serbien8 282
IranRepublik7 596
Indien7 374
Bosnien und Herzegowina7 072
Somalia6 111
Ungarn5 670
Russische Föderation4 437
Moldau4 266
China3 477
Mazedonien3 358
Kosovo3 219
Ukraine3 052
Litauen3 037

Wanderungsüberschüsse waren ganz überwiegend bei jüngeren, fast ausschließlich nichtdeutschen Personen aus dem Ausland zu verzeichnen. Zuzugsgewinne gab es hauptsächlich bei den 18- bis 27-Jährigen. Im Ausnahmejahr 2015 gab es eine verstärkte Zuwanderung 15- bis 17-Jähriger sowie 27- bis 29-Jähriger.

Abbildung 3: Wanderungsgewinne und -verluste in Hessen 2012–2018 nach Altersjahren

Abbildung 4: Wanderungsgewinne und -verluste in Hessen 2012–2018 nach Altersjahren und Staatsangehörigkeit

Negative natürliche Bevölkerungsbilanz

Die Bilanz aus Geburten und Sterbefällen ergab im Zeitraum 2012/2018 einen Sterbefallüberschuss von 53 000 Personen. Mehr Sterbefälle als Geburten werden seit 1972 registriert. Eine Ausnahme bildete das Jahr 1997 (63 100 Geburten) mit einem Geburtenüberschuss von knapp 1 800 Personen. Die anschließende rückläufige Entwicklung der Geburten erreichte im Jahr 2009 (50 700 Geburten) ihren Tiefpunkt. Von 2014 bis 2016 waren seit langem wieder einmal nennenswerte Geburtenanstiege von durchschnittlich 2 800 Kinder bzw. 5,5 %. zu verzeichnen. Im Jahr 2017 nahm die Zahl der Geburten nur noch mäßig um 0,4 % auf 61 000 zu und blieb auch im Jahr 2018 auf diesem hohen Niveau. Hauptsächliche Ursachen für die Tendenz steigender Geburtenzahlen sind zum einen die vor allem durch Zuwanderung gestiegene Zahl der nichtdeutschen Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 20 und 36 Jahren. Zum anderen ist in den vergangenen Jahren ein Anstieg der Geburtenrate zu beobachten, der überwiegend auf höhere Geburtenraten bei nichtdeutschen Frauen zurückzuführen ist. Insgesamt erhöhte sich die durchschnittliche Kinderzahl je Frau (im Alter von 15-49 Jahren) von 1,40 (2011) auf 1,58 im Jahr 2017 und fiel 2018 auf 1,57 zurück. Die Zahl der Gestorbenen, die seit Ende der Neunzigerjahre des 20. Jahrhunderts in relativ enger Bandbreite zwischen 57 800 und 61 500 schwankte, nahm im Zeitraum 2012/2018 deutlich bis auf 67 200 im Jahr 2018 zu. Der Anstieg der Gestorbenen fiel allerdings schwächer aus als der Anstieg der Geburten, so dass das Geburtendefizit im Zeitraum 2012/2018 von 10 300 auf 6 200 zurückging.

Entwicklung der Altersstruktur

Die Veränderung der Bevölkerungszahl zeigt die demografische Dynamik im Ganzen. Weitere Einblicke ergeben sich, wenn man die Entwicklung des Durchschnittsalters und Wachstumsraten für ausgewählte Altersgruppen betrachtet. Der langfristige Anstieg des Altersdurchschnitts, gefördert durch niedrige Geburtenraten und steigende Lebenserwartung, konnte durch die Zuwanderung jüngerer Menschen gedrosselt, aber nicht aufgehalten werden. Trotz massiver Zuwanderung Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts und aktuell im Zuge der EU-Osterweiterung und der Flüchtlingswelle 2015/2016 wurde die jährliche Erhöhung des Durchschnittsalters der Bevölkerung nur kurzzeitig gebremst. So nahm das Durchschnittsalter im Jahr 2015 um 0,1 (oder gut einen Monat) auf 43,7 Jahre ab, lag aber bereits 2017 und auch 2018 wieder bei 43,8 Jahren. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre (1987: 40,0) nahm das Durchschnittsalterder Bevölkerung um 3,8 Jahre zu, im Berichtszeitraum 2012/2018 betrug die Zunahme 0,4 Jahre (oder rund 5 Monate). Gleichzeitig (seit 2012) fiel der Bevölkerungsanteil im erwerbsfähigen Alter von 20- bis unter 65- Jahren um 0,6 Prozentpunkte auf 60,6 % (3 795 100) der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der 65-Jährigen bis unter 80-Jährigen (909 000) sank geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 14,5 %, während derjenige der 80-Jährigen und Älteren (383 700) um 0,9 Prozentpunkte auf 6,1 % zunahm. Obwohl die Zahl der Geburten in den vergangenen Jahren relativ stark gestiegen ist, nahm der Anteil der unter 20-Jährigen (1 178 000) an der Gesamtbevölkerung um 0,1 Prozentpunkte auf 18,8 % ab.

Regionale Bevölkerungsveränderungen 2012 bis 2018

Die seit 2012 aus den Wanderungsüberschüssen resultierende Bevölkerungszunahme (325 000 oder 5,4 %) hat sich sehr unterschiedlich auf die Bevölkerungsstände der 21 hessischen Landkreise und 5 kreisfreien Städte ausgewirkt. Wanderungsgewinne konnten alle Verwaltungsbezirke aufweisen, wobei die Zunahmen von 1,9 % bis zu 9,9 % reichten. Die höchsten Bevölkerungszuwächse erzielten dabei die kreisfreien Städte Offenbach am Main (+ 9,9 %), Frankfurt am Main (+ 8,6 %) und Darmstadt (+ 8,3 %). Am niedrigsten fielen die Wanderungsüberschüsse bzw. die daraus resultierenden Bevölkerungszunahmen in der kreisfreien Stadt Wiesbaden (+ 1,9 %), im Vogelsbergkreis (+ 2,1 %) und im Landkreis Waldeck-Frankenberg (+ 2,6 %) aus.

Tabelle 2: Bevölkerung und Bevölkerungsbewegungen in den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten von 2012 bis 2018

kreisfreie Städte, Landkreise, Regierungsbezirke, LandBevölkerungsstand 2018
Land Hessen6 265 8091 013 25016,20,443,8
InsgesamtdarunterZu- bzw.
Abnahme
gegenüber
2017 in %
Durch-
schnittsalter
NichtdeutscheAnteil der Nicht-deutschen in %
Darmstadt, Wissenschaftsstadt159 20731 58419,80,640,8
Frankfurt am Main, Stadt753 056220 67429,30,840,8
Offenbach am Main, Stadt128 74446 16035,91,640,8
Wiesbaden, Landeshauptstadt278 34254 13819,5-0,142,9
Landkreis Bergstraße269 69436 09113,40,345,3
Landkreis Darmstadt-Dieburg297 39942 99814,50,544,1
Landkreis Groß-Gerau274 52661 09222,31,242,8
Hochtaunuskreis236 56438 42316,20,245,0
Main-Kinzig-Kreis418 95064 60315,40,244,5
Main-Taunus-Kreis237 73539 02116,40,344,1
Odenwaldkreis96 79813 28813,70,245,9
Landkreis Offenbach354 09267 87819,20,744,0
Rheingau-Taunus-Kreis187 15722 80912,20,345,5
Wetteraukreis306 46039 05612,70,444,5
Regierungsbezirk Darmstadt3 998 724777 81519,50,543,4
Landkreis Gießen268 87632 48312,10,742,7
Lahn-Dill-Kreis253 77727 50810,8-0,244,9
Landkreis Limburg-Weilburg172 08320 10611,70,144,7
Landkreis Marburg-Biedenkopf246 64828 51611,60,242,9
Vogelsbergkreis105 8787 2506,8-0,546,9
Regierungsbezirk Gießen1 047 262115 86311,10,144,0
Kassel, documenta-Stadt201 58536 92518,30,442,5
Landkreis Fulda222 58420 1429,00,444,1
Landkreis Hersfeld-Rotenburg120 82911 6079,6-0,246,0
Landkreis Kassel236 63316 8617,1-0,046,6
Schwalm-Eder-Kreis180 22213 0747,3-0,345,9
Landkreis Waldeck-Frankenberg156 95313 3158,5-0,245,7
Werra-Meißner-Kreis101 0177 6487,6-0,147,1
Regierungsbezirk Kassel1 219 823119 5729,80,045,2

noch Tabelle 2: Bevölkerung und Bevölkerungsbewegungen in den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten von 2012 bis 2018

kreisfreie Städte, Landkreise, Regierungsbezirke, LandBevölkerungs-stand 2018Veränderungen von 2012 bis 2018
Land Hessen6 265 8094,5325 047-53 009
InsgesamtZu- bzw.
Abnahme der Bevölkerung
insgesamt in %
Wanderungs
-gewinn 1)
Geburten-
überschuss
bzw. -defizit
Darmstadt, Wissenschaftsstadt159 2079,212 1171 245
Frankfurt am Main, Stadt753 05611,357 95418 569
Offenbach am Main, Stadt128 74412,111 4062 483
Wiesbaden, Landeshauptstadt278 3422,75 0272 363
Landkreis Bergstraße269 6943,313 999-5 463
Landkreis Darmstadt-Dieburg297 3994,915 839-1 905
Landkreis Groß-Gerau274 5268,620 6311 125
Hochtaunuskreis236 5644,212 501-2 901
Main-Kinzig-Kreis418 9504,322 176-5 049
Main-Taunus-Kreis237 7355,713 212-300
Odenwaldkreis96 7980,02 963-2 950
Landkreis Offenbach354 0926,020 396-323
Rheingau-Taunus-Kreis187 1573,710 257-3 606
Wetteraukreis306 4604,618 473-5 126
Regierungsbezirk Darmstadt3 998 7246,2236 951-1 838
Landkreis Gießen268 8766,417 699-1 410
Lahn-Dill-Kreis253 7770,36 722-5 844
Landkreis Limburg-Weilburg172 0830,95 373-3 761
Landkreis Marburg-Biedenkopf246 6482,18 469-3 395
Vogelsbergkreis105 878-2,02 278-4 394
Regierungsbezirk Gießen1 047 2622,140 541-18 804
Kassel, documenta-Stadt201 5855,111 001-1 270
Landkreis Fulda222 5843,18 955-2 316
Landkreis Hersfeld-Rotenburg120 8290,04 094-4 041
Landkreis Kassel236 6330,89 942-7 989
Schwalm-Eder-Kreis180 222-0,65 243-6 348
Landkreis Waldeck-Frankenberg156 953-0,84 043-5 300
Werra-Meißner-Kreis101 017-0,84 277-5 103
Regierungsbezirk Kassel1 219 8231,347 555-32 367

Anmerkung: 1) Einschließlich nachträglicher Bestandskorrekturen.

Die Wanderungsgewinne wurden in 20 Landkreisen und in der kreisfreien Stadt Kassel (– 0,7 %) durch ein Geburtendefizitgeschmälert, lediglich die kreisfreien Städte Frankfurt am Main (+ 2,7 %) Offenbach am Main (+ 2,2 %), Wiesbaden und Darmstadt (jeweils + 0,9 %) sowie der Landkreis Groß-Gerau (+ 0,4 %) wiesen im Beobachtungszeitraum mehr Geborene als Gestorbene aus. Die größten aus Geburtendefiziten resultierenden Bevölkerungsverluste hatten der Werra-Meißner-Kreis (– 5,0 %) und der Vogelsbergkreis (– 4,1 %). Relativ hohe natürliche Verluste zwischen 3,3 % und 3,5 % wiesen auch die Landkreise Schwalm-Eder, Kassel, Hersfeld-Rotenburg und Waldeck-Frankenberg auf.

Abbildung 5: Zu- bzw. Abnahme der Bevölkerung in den hessischen kreisfreien Städten und Landkreisen 2012–2018

Die positive Bevölkerungsentwicklung schlug sich nicht in allen Regionen Hessens nieder. Neben stark wachsenden Gebieten gab es auch Landkreise mit schrumpfender Einwohnerzahl. Die Karte zeigt die Zu- und Abnahmen der Bevölkerung zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Dezember 2018 in den 26 hessischen Verwaltungsbezirken. Dargestellt sind die 21 Landkreise und 5 kreisfreien Städte Hessens. Die Zunahmen zeigen eine Bandbreite zwischen 0,01 % (Odenwaldkreis) und dem Maximum von 12,1 % (Offenbach am Main). Am stärksten nahm die Bevölkerung des Regierungsbezirks Darmstadt (+ 6,2 %) zu, mit Höchstwerten in den Ballungsgebieten Frankfurt und Offenbach am Main (11,3 % bzw. 12,1 %), in der kreisfreien Stadt Darmstadt (+ 9,2 %) und im Landkreis Groß-Gerau (+ 8,6 %). Im mittelhessischen Regierungsbezirk Gießen (+ 2,1 %) hatte der Landkreis Gießen (+ 6,4 %) den höchsten Bevölkerungsanstieg und im nordhessischen Regierungsbezirk Kassel (+ 1,3 %) wuchs die kreisfreie Stadt Kassel (+ 5,1 %) am stärksten. Insgesamt vier Landkreise, darunter drei nordhessische, verzeichnen leichte Abnahmen zwischen 0,6 % (Schwalm-Eder-Kreis) und 2,0 % (Vogelsbergkreis).

Anteil der Ausländer zwischen 3,4 und 6,6 Prozentpunkten gestiegen

Landesweit stieg der Anteil der ausländischen Bevölkerung 2018 gegenüber 2011 um 4,8 Prozentpunkte auf 16,2 %. Bei insgesamt gestiegener Zahl (+ 329 800) hat sich die räumliche Verteilung der nichtdeutschen Bevölkerung (2018: 1 013 300) innerhalb des Berichtszeitraums nicht wesentlich verändert. Die weitaus meisten Ausländerinnen und Ausländer leben im südhessischen Regierungsbezirk Darmstadt. Dort war der Ausländeranteil im Jahr 2018 mit 19,5 % etwa doppelt so hoch wie in den mittel- und nordhessischen Regierungsbezirken Gießen (11,1 %) und Kassel (9,8 %). Die Zuwächse lagen bei gut 4 bzw. rund 5 Prozentpunkten. Den höchsten Ausländeranteil hatten wieder die kreisfreien Städte Offenbach am Main (2018: 35,9 %) und Frankfurt am Main (29,3 %) sowie der Landkreis Groß-Gerau (22,3 %). Im Vogelsbergkreis sowie im Landkreis Kassel war der Ausländeranteil mit jeweils rund 7 % am niedrigsten. Die Zuwächse innerhalb der kreisfreien Städte und Landkreise lagen zwischen 3,4 Prozentpunkten (Landkreis Kassel) und 6,6 Prozentpunkten (kreisfreie Stadt Offenbach am Main).

Uneinheitliche Entwicklung des Durchschnitts-alters

Die natürlichen und räumlichen Bevölkerungsbewegungen führten in den kreisfreien Städten –– mit Ausnahme der Landeshauptstadt Wiesbaden (+ 0,1 Jahre) — zu einer Abnahme des Durchschnittsalters von 0,4 Jahren in Frankfurt am Main) bis zu 0,7 Jahren in Darmstadt. In den Landkreisen nahm das Durchschnittsalter um zwischen 0,1 Jahre (Landkreis Gießen) und 1,3 Jahre (Odenwaldkreis) zu.

Die jüngste Durchschnittsbevölkerung hatten Frankfurt am Main, Darmstadt und Offenbach am Main mit 40,8 Jahren. Im Werra-Meißner-Kreis war der Altersdurchschnitt der Bevölkerung mit 47,1 Jahren am höchsten. Es folgten der Vogelsbergkreis (46,9 Jahre) und der Landkreis Kassel (46,6 Jahre).

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